Theater: Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner

Mit viel Humor führt Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner die Fallstricke des Gutseinwollens vor, ohne dabei in der Hölle der Ironie zu landen, der alles gleichgültig ist. Am Anfang war das Wort. Am Ende zählt die Tat.

Fünf Schauspieler proben eine Wohltätigkeitsver­anstaltung für ein afrikanisches Schulprojekt. Sie sind nicht prominent – aber überaus motiviert. Es soll darum gehen, Spendenbereitschaft zu wecken. Wie aber funktioniert das: unterhaltsam über Not und Elend in Afrika reden? Sollte man noch einen „echten“ Afrikaner engagieren, damit die Botschaft authentischer rüberkommt? Natürlich stellt sich auch hier die Konkurrenzfrage: Wer steht gerade im Rampenlicht, und wer bekommt warum welche Rede- und Spielanteile? Wo bleibt bei allem Engagement die Kunst – und was macht eigentlich die Palme auf der Probebühne?

Der Versuch, den Spendenabend angemessen zu gestalten entwickelt sich mehr und mehr zu einer verrutschten Probe und zu einem Schaulauf der eigenen Eitelkeiten. . Ingrid Lausunds Stück führt uns mit einem Augenzwinkern das ABC der ‚political correctness’ vor, ohne in den billigen Spott über die ‚Gutmenschen’ einzustimmen.

Personen

RegieAngelika Strub
Es SpielenEvi Albrecht, Ursel Grabbert, Andrea Schultze, Tim Feindt, Thomas Glashoff, Lorenz Schmidt
AufführungsrechteSuhrkamp Verlag

Presse-Artikel zur Veranstaltung

Wenn Hilfsbereitschaft eskaliert

Wedel.de - Montag, 23.11.2015

von Jan-Hendrik Frank/kommunikateam

Ehrenamtliche können einander trefflich im Weg stehen. Premiere von „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ auf der Batavia.

Fünf Charaktere prallen aufeinander. Ihre Vorstellungen von einem angemessenen Spendenaufruf für eine Schule in Afrika unterscheiden sich völlig. Die Probe zu ihrem gemeinsamen Benefiz-Abend eskaliert.

Höchst amüsant greift das Ensemble des Theaterschiffs Batavia mit seinem neuen Programm ein aktuelles gesellschaftliches Thema auf. Ingrid Lausund schrieb das Stück „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ zwar bereits 2009, doch angesichts der wachsenden Zahl ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer werden sich immer mehr Menschen in einem der fünf Typen wiederfinden. Das Ensemble stellt sie mit entwaffnender Komik dar. Die Gäste der Premiere brachen immer wieder in Gelächter aus.

Andrea Schultze spielt die Akkurate im goldfarbenen Hosenanzug. Sie engagiert sich gern ehrenamtlich, besteht aber ein gewisses Niveau. „Entweder einigen wir uns auf ein Minimum an Professionalität, oder ich gehe“, droht sie. Außerdem würde sie gern im Vorfeld absprechen, wer wann spontan in Tränen ausbricht.

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„Hauptsache etwas Schwarzes“

Wedel Schulauer Tageblatt - Montag, 23.11.2015

von Bastian Fröhlig

WEDEL | Darf man bei einer Spendensammlung für Afrika eine Afrikanerin auf der Bühne präsentieren? Das diskutierten bei der Premiere von „Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner“ die Darsteller Andrea Schultze, Thomas Glashoff, Ursel Grabbert, Tim Feindt, Evi Albrecht und Lorenz Schmidt auf der Batavia. Die Schauspieler verkörpern in der Komödie von Ingrid Lausund eine Gruppe, die für eine Benefizveranstaltung probt.

„Heiko Westermann? Der braucht doch selbst Benefiz. Ich dachte, wir reden von Prominenten“, kommentierte Schultze den Vorschlag, den ehemaligen HSV-Verteidiger, der mittlerweile im spanischen Sevilla sein Geld verdient, als Aushängeschild zu gewinnen. Die Herren schlugen „Valerie“ vor. Diese sei berühmt und schwarz. „Wir können doch keine Schwarze ausstellen. Außerdem ist Valerie quasi Afrowedelerin“, entrüstet sich die im Stück politisch überkorrekte Albrecht und ergänzte: „Hauptsache etwas Schwarzes auf der Bühne.“ Die Idee wird schnell gestrichen. Auch weil Valerie vielleicht „nicht schwarz genug“ sei.

Fünf Gutmenschen wollen eine Wohltätigkeitsveranstaltung auf die Beine stellen, um für eine Schule in Guinea-Bissau zu sammeln. „Benefiz legt nah, dass wir an ihr Geld wollen. Da haben sie recht“, so Feindt. Sein Tipp an das Publikum: „Nehmen sie einen Zehn-Euro-Schein aus ihrer Geldbörse, halten sie diesen in der linken Hand und werfen Sie das Portemonnaie dann mit der rechten Hand auf die Bühne. Dann sind sie das Problem schon mal los.“ Das Ziel der Darsteller war gleich, die Umsetzung verschieden. Dabei entbrannte auf der Bühne eine Diskussion um Mitleid, Solidarität und politische Korrektheit bis hin zu einer zynischen Debatte über den Wert eines Menschen. Die Darsteller zeigten den schmalen Grat zwischen „professioneller“, „echter“ und peinlicher Betroffenheit.

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